Hier einige Tipps zum Verfassen Ihres Beitrages, Ausarbeiten Ihrer Argumente und Strukturieren Ihres Textes.

Durchführbarkeit: Machen Sie konstruktive Vorschläge, die auf politischer Ebene oder von internationalen Organisationen umsetzbar sind. Bitte verlangen Sie nicht pauschal nach „sofortigem Frieden“ oder „besserem Dialog“, sondern sprechen Sie konkrete, durchführbare Forderungen oder Vorschläge aus.

Wie genau sollte zum Beispiel der Abzug von schweren Waffen kontrolliert werden? Wie würde diese Lösung finanziert werden?

Indem Sie einen Lösungsvorschlag in Ihr Argument einbauen, wird es gleich tragfähiger. Geben Sie Beispiele, wie die von Ihnen vorgeschlagene Lösung anderswo funktioniert. Vermeiden Sie Abstraktionen, benutzen Sie besser spezifische Referenzen und einfach verständlich Zahlenangaben.

Seien Sie einfallsreich: Abgedroschene Phrasen wie „Russland fühlt sich umzingelt und muss dem Westen Einhalt gebieten“ oder „Ohne die uneingeschränkte Solidarität Deutschlands, auch in Form von stärkerer finanzieller Unterstützung, ist die Ukraine verloren“ haben alle Leser schon hundertmal gehört. Welche neuen und einzigartigen Punkte bringen Ihre Ideen und Ansätze in die Debatte ein?

Der Titel: Leser haben eine kurze Aufmerksamkeitsspanne. Ziehen Sie die Aufmerksamkeit mit einer starken Schlagzeile, die Ihre Hauptaussage aufgreift, auf Ihren Beitrag – ein griffiger Titel hilft, Leser zu gewinnen und sie für Ihre Ideen zu interessieren.

Die These: Die Mini-Zusammenfassung ist ein kurzer Vorgeschmack auf Ihren Beitrag und fast der wichtigste Teil. Es handelt sich um 2-3 kurze Sätze, die Lust machen Ihren Artikel zu lesen, ohne zu viel zu verraten. Diese Mini-Zusammenfassung steht zu Beginn Ihres Artikels, unter dem Titel. Sie unterscheidet sich von der Tweet-These.

Das Hauptargument:  Fesseln Sie die Aufmerksamkeit des Lesers vom ersten Satz an. Stellen Sie im ersten Absatz Ihre Meinung dar, geben Sie klare Gegenargumente. Vermeiden Sie Zweideutigkeit und verschwenden Sie nicht zu viele Worte für Hintergrundinformation (die sich der Leser auch anderswo besorgen kann), historische oder „witzige“ Randbemerkungen. Kommen Sie gleich zur Sache und überzeugen Sie den Leser, dass Ihr Artikel seine Mühe wert ist.

Thema eingrenzen: Erklären Sie dem Leser, wieso das Thema für ihn wichtig ist.

Stellen Sie sich vor, Sie seien eine Person mit wenig Zeit, die Ihren Artikel lesen möchte. Nach jedem Absatz fragen Sie sich: „Und weiter? Wen kümmert das?“ Nachdem Sie ein Argument vorgebracht haben, überlegen Sie, was die Gegner erwidern würden. Nehmen Sie das stärkste Gegenargument und widerlegen Sie es im gleichen Satz.

Zum Beispiel: „Manche sind der Ansicht, dass nur Waffenlieferungen an die Ukraine den Konflikt langfristig lösen können, allerdings…“

Schreibstil und Sprache: Sie müssen kein Dichter oder Journalist sein, um bei uns einen Text einzureichen. Unser Redaktionsteam hilft Ihnen gerne mit den sprachlichen Feinheiten. Was für uns wichtig ist, sind klare Vorschläge und innovative Ansätze.

Schreiben Sie aktiv: Die aktive Form („Ich denke“ oder „meiner Meinung nach“) ist präziser und interessanter zu lesen als die passive (Man könnte sage, dass“). Benutzen Sie aktive Verben und vermeiden Sie zu viele Adverbien und Adjektive. Indem Sie direkt formulieren, geben Sie Ihrem Argument mehr Gewicht.

Fassen Sie sich kurz: Ihr Argument sollte für alle verständlich sein. Kurze Sätze machen Argumente klarer. Kurze Absätze machen Texte leichter lesbar. Vermeiden Sie technische Begriffe und Abkürzungen, sowie unklare Referenzen. Lange Absätze teilen Sie am besten in zwei oder mehr kürzere Absätze auf. Technische Details sollten Sie nur dort angeben, wo es absolut unvermeidbar ist. Einfache Sprache ist nicht gleichbedeutend mit simplen Ideen. Sie erlaubt vielmehr, den Text für alle verständlich zu halten, denn Ihre Leser werden auch Menschen mit einem anderen Hintergrund und Erfahrungsschatz sein, als Sie selber. Bitte denken Sie auch daran, Ihren Text im Rahmen von 500 bis 1000 Wörtern zu halten.

Referenzen: Wir veröffentlichen keine Fußnoten, aber bitte wertschätzen Sie die Arbeit anderer Menschen: Wo möglich, bringen Sie bitte Hyperlinks zu Ihren Quellen an. Sie können Ihre Argumente mit Verlinkungen zu seriösen Quellen zusätzlich untermauern.

Der Schluss: Der letzte Absatz sollte Ihr Argument mit einem griffigen, zum Nachdenken anregenden Satz zusammenfassen. Bitte vermeiden Sie Klischees, wie „Europa ging es immer gut, wenn Deutschland und Russland eng zusammenarbeiteten“ oder „Deutschland muss an der Seite der USA stehen“.  Denken Sie daran, dass ihre Schlusszeilen Anregungen für die nächsten Schritte geben sollen!

Nicht eingeschüchtert sein: Das Wichtigste ist, anzufangen, und keine Angst vor dem weißen Blatt zu haben. Einmal im Fluss, werden Sie sicherlich die Wortgrenze schnell erreichen und müssen Ihren Text eher kürzen. Also fangen Sie einfach an, und überarbeiten Sie den Text dann anhand dieser Ratschläge. Nobody’s perfect: Alle guten Texte sind mit Korrekturen und Nachbesserungen entstanden.

Fragen Sie Sich schon länger, was so manches genau Wort bedeutet, und Wikipedia hilft auch  nicht richtig? Schauen Sie bei den Experten nach! Die Bundeszentrale bietet verschieden Nachschlagewerke mit Begriffen aus der Politik, für Erwachsene und Kinder: Lexika der BpB

Sie brauchen mehr Anleitung? Auf www.atlantic-community.org finden Sie zahlreiche Beispiele für diese Art von Texten. Für Fragen stehen wir Ihnen außerdem jederzeit unter ukraine@atlantische-initiative.org zur Verfügung.